Insekten zählen

Volkszählung für Sechsbeiner

2017 machte die Runde, dass die Zahl der Insekten deutlich abgenommen habe. Bezugspunkt war eine Untersuchung des Entomologischen Verein Krefeld. Die ehrenamtlicher Hobby-Insektenkundler fangen seit 1989 regelmäßig und systematisch Insekten und wiegen sie. Alle. Nicht einzelne Falter, Wildbienen sondern alle Arten von Insekten, die ihnen in die Fallen gingen. Der Rückgang zwischen 1989 und 2016 liegt bei durchschnittlich 76 Prozent. Und zwar nicht auf einer Bundesautobahn oder im Braunkohlerevier sondern in Naturschutzgebieten, denn dort legen die Krefelder ihre Fallen aus.

Die Reaktionen waren vielfältig. Von der Einzelbeobachtung ("Früher fuhr ich mit dem Auto und musste anschließend meine Windschutzscheibe reinigen, weil dort so viele Insekten klebten...") bis zum Bezweifeln der Methodik und der Frage, ob die Ergebnisse einer Region auf die ganze Bundesrepublik übertragbar seien. Das Muster ist bekannt.

Dass allerdings die Monobewirtschaftung der Felder und der Einsatz von Pestiziden sich auch auf die Artenvielfalt auswirkt, erscheint zwingend. Doch wie groß ist der Rückgang? Wo stehen wir? Der Nabu, nicht nur durch seine regelmäßige Vogelzählung bekannt, will jetzt, dass wir Insekten zählen. Vom 1. bis zum 10. Juni sowie vom 3. bis zum 12. August können Sie an der Aktion "Insektensommer" teilnehmen und dem Nabu gefundene Insekten melden.

Hier gibt es mehr Infos:

Die ZEIT: Lebt wohl

Nabu: Wissenschaftler bestätigen dramatisches Insektensterben

Nabu: Insektensommer

Science (engl.):Where have all the insects gone? - Mit Bezug auf die Krefelder Untersuchungen