Der letzte Satz eines Buches bestimmt, wie der Leser das Werk in Erinnerung behält. Er bestimmt den Ton, der im besten Fall noch lange nachschwingt, den Leser in eine eigentümliche Stimmung versetzte. Der letzte Satz lässt uns vielleicht noch einmal nachdenken, über das Werk, über die Protagonisten. Er wirkt wie eine kleiner Widerhaken in unserem Kopf. Und manchmal ist es so, dass der letzte Satz den Leser etwas wehmütig zurück lässt, weil das Buch, das einen so lange beschäftigt, fasziniert, angeregt und begeistert hat, nun zu Ende ist.

Auf dieser Seite sammle ich letzte Sätze aus Romanen, die ich gelesen habe. Keine Auswahl, die irgendwie etwas zu bedeuten hätte, kein Ziel, kein versteckter Subtext steckt hinter den Zitaten. Es ist eine Sammlung ohne (Hinter)-Sinn, die mit der Zeit wachsen wird.

Die Zitate
Er breitete die Arme aus, hob den Kopf und holte Luft für einen langen Schrei.Rolf Lappert 'Über den Winter'. Carl Hanser Verlag, 2015
Dann werden diese Zeilen wie ein Gebet sein.Thomas Melle: Die Welt im Rücken. Rowohlt Berlin, 2016
Ich möchte, dass sie mich jagt.Feridun Zaimoglu: Sieben Türme. Kiepenheuer & Witsch, 2015
Die Finger lockerten den Griff, und das Buch, das sie gehalten hatten, rutschte langsam und dann immer rascher über den reglosen Leib und fiel in die Stille des Zimmers.John Williams: Stoner. dtv, 2015
Jedoch bevor mich seine mordsschwere Gummikugel trifft, zupfe ich mir höchstselbst die Stummelglieder lang und bade zum Entzücken meiner invaliden Panzerfahrer mit langem nachtblonden Haar und milchig nackt in einem schwarzen See.Georg Klein: roman unserer kindheit. rororo, 2010