Drei Pflanzen, zwei Techniken

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Kriechender Günsel
Kriechender Günsel

Das Stativ, ein kabelgebundener Fernauslöser und eine dunkle Hintergrundfolie bildeten die Kulisse für den fotografischen Nachmittag. Da steht die Sonne auf der anderen Seite und die von mir genutzte liegt hell, aber im Schatten. Dazu kam noch eine Mini-Vase, im Grunde eine Reagenzglas.

Stars waren die Gartenbewohner Leo Löwenzahn, Gustav Günsel, der Kriechende und Daisy, das Gänseblümchen. Der Günsel reckt sich zwar stolz in die Höhe und ist daher eindeutig präsentabler als der Gundermann, die Hummeln allerdings lassen den Günsel links liegen. Der Löwenzahn ist zu einem großen Teil ausgeblüht und man sieht ihn in allen seinen Daseinszuständen zugleich. Das Gänseblümchen ist gefühlt immer da, blüht von März bis November, läuft aber im Mai zu Höchstform auf.

Ich wollte zwei Techniken ausprobieren bzw. vertiefen: Das softwarebasierte Fokus-Stacking und die Doppelbelichtung in der Kamera. Letzteres ist ein Feature, das ich bisher nie zur Kenntnis genommen habe, bis ich neulich ein paar Bilder dieser Art gesehen habe.

Die Knoflrauke

Und dann der Überraschungsgast, eine Pflanze, die lieber im Halbdunkel bleibt, oft zusammen mit der Brennnessel gesehen wird – beide sind Stickstoffjunkies – und lockere, humose Böden liebt: Die Knoblauchsrauke, von Flora Incognita als Lauchhederich identifiziert. Logisch, dass man sie in meinem Garten neben dem Komposthaufen findet. Die Aufnahme ist eine Doppelbelichtung, die einfach den leichten Wind ausnutzt, so dass die Blüten leicht zur Seite verschoben wirken.

Knoblauchsrauke
Mehrfachbelichtung Knoblauchsrauke

Was habe ich gelernt?

Erstens ist es draußen immer windig, man spürt es spätestens dann, wenn man die zierlichen Pflanzen im Fokus-Stacking fotografieren will. Ein Hauch und schon ist der Löwenzahn einen Tick verschoben und die Absicht damit hinfällig. Die Software richtet die Bilder zwar automatisch aus, aber das hat (zumindest bei Affinity) seine Grenzen. Man könnte es mit einem Lichtzelt versuchen oder nach Innen ausweichen. Da ist aber das Licht nicht so gleichmäßig und hell.

Doppelbelichtungen machen Spaß. Aber man sollte sich überlegen, was man darstellen will, bevor man loslegt. Drauf los… das geht, um Technik und Wirkung kennenzulernen, danach sollte als erstes die Idee von einem Bild stehen.

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