Mit der Kamera ist man nicht immer schnell unterwegs und die Reichweite ist beschränkt. Mein Foto-Walk (so heißt das heute!) begann am Cannstatter Ende der König-Karls-Brücke, genauer eine Etage tiefer, dort wo die Unterführung der Brücke liegt. Die Graffitis werden jedem schon einmal aufgefallen sein, häufig findet man dort auch Skater vor, die mit lautem Knallen ihre Exerzitien veranstalten. An diesem Morgen war es ruhig, nur die Reste vergangener Feste standen noch herum. Ein Ort, bezaubernd scheußlich (Pater Brown hätte gesagt „Hübsch hässlich habt Ihr es hier) und symptomatisch dafür, wie Stuttgart sich am Neckar präsentiert. Aber Geduld. Das wird natürlich ganz anders, wenn sich in vielen Jahren schräg gegenüber am Wilhelma-Ufer Flusspferde im Schwabenschlamm räkeln werden.

Graffiti in Stuttgart

Übung: Versuche, in dem Wust von Graffiti, den Übermalungen und Löschungen einzelne Bilder und Tags zu isolieren und zu fotografieren. Eine schwierige Sache, weil es hier aussieht wie im Malbuch eines frustrierten Dreijährigen. Aber einige beeindruckende Bilder sind schon zu sehen.

Die neue Neckarbrücke – eine weitere Baustelle der Stadt

Ein paar Hundert Meter weiter neckarabwärts setzt sich das Chaos fort. Statt eines farbigen Durcheinanders ist es eines aus Beton und Stahl. Die neue Neckarbrücke schiebt sich über den Fluss. Jetzt, in der ganzen Umkleidung und all dem Chaos drumherum wirkt sie massiv, ja monströs, die Wunden an den Ufern grell und unheilbar. Für andere Augen ist es eine logistische Meisterleistung, wie dort eine Brücke im Taktschiebeverfahren über den Fluss gebracht wird. Der Hang zum Rosensteinpark am jenseitigen Ufer allerdings sieht nur noch traurig aus, jetzt nach der jüngsten Abholzung.

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