Raus aus der Komfortzone, diese Aufforderung liest man immer wieder in Foto-Blogs. An einem Regentag wie heute eine unnatürliche Vorstellung. „Es wird nichts los sein im Zoo“, dachte ich und raffte mich dann doch auf, zu einem Regentag in der Wilhelma. Es war auch wirklich kaum jemand da, bis auf Unmengen von Eltern mitsamt ihrer kleinen Kinder. Sie sammelten sich schnell in einem der Häuser (Terrarium, Schmetterlingshaus, Affenhaus), weil es nicht aufhörte zu regnen. In einer Fotopause setzte ich mich und erstellte eine kleine Elterntypologie, ungerecht und tendenziös wie immer.

Erklärbär

Zu jedem Tier gibt es eine wichtige Erläuterung, in einem Tonfall vorgetragen, der die Bedeutung dieser Information noch unterstreicht („kommt aus Afrika“). Oft verbunden mit einer Frage an den Kleinen „Kennst Du noch ein Tier, das aus Afrika kommt“. Aus den Kleinen wird mal was.

Laissez-faire-Typ

Hat die Kinder angezogen, in den Zoo verfrachtet und jetzt sollen die Kids was draus machen. Vatern setzt sich jedenfalls auf die Bank, schnappt sich das Smartphone und lässt den Nachwuchs gewähren. Die nutzen die Freiheit für interessante Erfahrungen, z.B. dass Fische einen Herzinfarkt bekommen, wenn man nur tüchtig gegen die Scheibe wummst.

Die Sensiblen

Haben sich eigens aufgemacht, um in den Zoo zu fahren und die Kids zahlen es mit schmolliger Knatschigkeit heim. Fische? Doof! Schlange? Bewegt sich nicht! Krokodil? Seh keins!  Die Eltern appellieren im samtweichen Tonfall, den auch ein Animateur in einer Seniorenferienanlage geschmückt hätte: „Jetzt schau doch mal, Sara, der Vogel hat ganz bunte Federn.“ Sara findet bunte Federn nur Scheiße.

Fotos? Gibt es auch

na jagehtordentlichgutgefällt mir (1 Wertung(en), Durchschnitt: 5,00 von 5)
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