Wässeriger Frauenmantel

Warum hat der „Frauenmantel“ immerzu Tropfen auf den Blättern?

Frauenmantel im Rasen
Frauenmantel im Rasen

Wir haben eine Fläche hinter dem Haus, die man nicht Rasen nennen sollte. Dafür wächst dort zu wenig klassisches Gras der Sorten „Profi“, „Deluxe“ oder „Allround“. Dafür gedeiht viel anderes Kraut, vom Moos mal ganz abgesehen. Und siehe, man latscht jeden Tag über diesen Rasen und wenn man den stolzen Rücken beugt, um einen genaueren Blick auf das Grün zu werfen, findet man einen erstaunlichen Kosmos an Formen und Farben. Zum Beispiel diesen Winzling (fette, starke Wurzeln, dem Gärtner in jeder Beziehung überlegen):

Frauenmantel im Rasen

Aber ist die Fältelung der Blätter nicht ein Wunder? Ein Blick ins Internet zeigt, dass es sich wohl um eine Art des Frauenmantels handelt, die Falten haben also zur Namensgebung beigetragen. Dass es diese Art sein könnte, belegt noch eine andere Eigenschaft der Pflanze:

Frauenmantel im Rasen und das Phänomen der Guttation

Auf seinen Blättern, an den Härchen finden sich kleine Tropfen. Im fertigen Blatt sammelt sich das Wasser auch gern in der Blattmitte. Dabei handelt es sich aber nicht um Tau oder Regen. Die Pflanze drückt vielmehr Wasser aus dem Inneren nach Außen (Guttation), um Platz zu schaffen für weiteres Wasser aus dem Boden, in dem sich die wichtigen Mineralien befinden. Alchemisten sollen diese Tropfen früher aufgefangen haben, im Lateinischen heißt der Frauenmantel daher Alchemilla.

Jetzt, zwei Wochen später, hat ein Teil des Frauenmantels den Rasenmäher überlebt bzw. wurde geschont. Seine Blütezeit hat begonnen und immer noch ist bei ihm die Guttation zu beobachten. Vor allem, wenn die Feuchtigkeit der Luft hoch ist, wie in den letzten Tagen hier, da rund um Oberkochen Gewitter auftauchten, wir aber verschont blieben.

Wassertropfen auf blühendem Frauenmantel
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Kategorisiert in Natur

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