Rätselhaft

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Gedicht von Theodor Fontane (Auszug)

Theodor Fontane

Apotheker, Dichter, Reiseschriftsteller.

Der Birnbaum vom alten Ribbeck, die Ballade von John Maynard, die Geschichte der „Effie Briest… Theodor Fontane hat seinen sicheren Platz im deutschen Dichter-Olymp

“ … noch zehn Minuten bis Buffalo“ war die Antwort unserer Mutter, wenn wir Kinder auf der Fahrt in den Urlaub die berühmte Frage stellten: „Wie lange dauert es noch?“ Das Rätselhafte der Antwort ließ uns dann auch prompt für drei Minuten verstummen, aber die Frage blieb… und wurde noch oft wiederholt.

Wir wussten damals nicht, dass dies ein Zitat aus der vielleicht bekanntesten Ballade von Theodor Fontane „John Maynard“ war. Wir waren auch zu klein, um mit einem Gedichtvers von ebendiesem Fontane zu kontern: „Das Dunkel, das Rätsel, die Frage bleibt.“

Dabei fängt das Kurzpoem mit diesen Zeilen an:

Halte dich still, halte dich stumm,
Nur nicht forschen, warum, warum?

Fontane: Die Frage, 1895

Will da einer sagen, man solle um des lieben Friedens willen den Schnabel halten, seine Neugier bezähmen? Brav sein und Klappe halten? Wohl nicht, es ging Fontane mehr um den inneren Frieden, den man kaum findet, wenn man sich den Fragen des Daseins immerzu und immer vergeblich widmet, ohne eine sichere Antwort zu finden. Heute würde ein Coach sagen: Grübeln Sie nicht und unternehmen Sie was! Genießen Sie das Hier und Jetzt und akzeptieren Sie, dass es Fragen gibt, die letztlich nicht zu beantworten sind.

Übrigens hat der geschätzte Künstler Thilo Schmautz diesen Fontane’schen Vers zum Motiv eines seiner Werke genommen, zu sehen auf seiner Webseite Wandblickfang.de

Mehr Gedichtverse findet Ihr auf der Übersichtsseite…

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