Knallige Welt

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George Grosz

Künstler

Drastisch, provokativ, die „häßlichen“ Seiten des Krieges, der Großstadt und des menschlichen Handelns entblößend – George Grosz und seine Arbeiten wurden zeitlebens angefeindet.

Zu George Grosz kann ich nichts weiter schreiben, zu groß, zu bedeutend das Werk, das Leben dieses Mannes. Dabei erinnere ich noch genau die erste Begegnung mit einem seiner Werke in der Staatsgalerie Stuttgart. Anfreunden mochte ich mich damals mit dieser Kunst noch nicht, zu abstoßend waren die Gestalten auf seinen Bildern, grell und laut die Aussagen. Knallige Welt eben, die auch über 100 Jahre später nichts von ihrem Irrsinn verloren hat.

Georg Grosz legte seinen deutschen Namen 1916 ab. Nachdem er sechs Monate als Soldat im Ersten Weltkrieg das Grauen und die Brutalität dieser Menschenvernichtung erlebt hatte, wollte er keinen deutschen Namen mehr tragen. So wie dies auch sein Freund Helmut Herzfeld tat, der sich künftig John Heartfield nannte. Im November 1915 veröffentlichte die expressionistische, linke Wochenschrift „Die Aktion“ eine Zeichnung und ein Gedicht von Grosz. Dort erschienen auch Kriegsgedichte von Wilhelm Klemm.

Der Lunapark im Gedicht

Der Lunapark war ein beliebter Rummel am Berliner Halensee unweit des Kurfürstendamms. Vorbild waren die amerikanischen Vergnügungsparks wie Coney Island. Die natürlich auch etwas anrüchige Amüsiermeile war Schauplatz des ersten Sieges von Max Schmeling (1926). Aber da war der Park schon im Niedergang, Mitte der 30er Jahre rissen die Nationalsozialisten das Gelände ab.

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