Lerchensporn

Veröffentlicht am
Weißblühender Lerchensporn
Vermutlich der Hohle Lerchensporn, der hier weiß vor sich hinblüht

Von Oberkochen nach Königsbronn führte uns ein Wanderweg, auf halber Höhe, mit Blick ins Tal. Ein Tag mit viel Sonne, deren wärmende Wirkung aber vom kalten Ostwind überdeckt wurde. Mitunter musste man die Jacke ausziehen, ein paar Schritte weiter muss sie schon wieder rauf, da der Wind plötzlich scharf aus einem Seitental heranrauscht.

Die Bäume entwickeln schon Knospen, am Boden finden sich nach Huflattich, der Frühlings-Platterbse, den ersten „Löwenzähnen“ unerwartet viele Buschwindröschen, die allermeisten weiß, einige wenige mit einem Hauch von Rosa versehen. Alle haben die Blüten weit aufgefächert, um die Sonnenstrahlen einzufangen. Tagpfauenaugen, Zitronenfalter und kleine Distelfalter weisen einem den Weg, immerzu fünf Schritt voran lassen sie sich nieder, fliegen auf, wenn man herankommt und fliegen ein paar Schritte weiter. Irgendwann biegen sie dann ab.

Das Fotografenauge sucht unablässig Blüten abseits der Anemonen, findet auch mal das gelbe Buschwindröschen, zuerst frevelhafterweise als Hahnenfuß erkannt. Wie wenig man doch weiß über all diese krautigen Pflanzen. Und dann entdeckst du eine Pflanze, die anders aussieht, die du noch nicht gesehen hast (oder du erinnerst dich nicht daran). Es passiert, was Harry Martinson in seinem Buch „Schwärmer und Schnaken“ über den Fund eines Schmetterlings schrieb:

Du bebst vor Spannung. Ist er bekannt? Oder – Es ist nicht ganz einfach, ihn in den Büchern zu entdecken. Es dauert eine Weile. Nervös jagst du zwischen den Unterteilungen hin und her… Es ist eine Grasglucke. Wohlbekannt. Ein kleiner Trost ist, dass sie als selten angegeben wird…

Harry Martinson „Schwärmer und Schnaken“

So ging es mir mit dem Lerchensporn. Sieht er nicht aus wie eine Orchidee? Mit den Lippenblüten? Auch sind es nicht viele, die davon in der kleinen Lichtung unter den großen Buchen stehen. Merkwürdigerweise auch einige wenige mit weißen Blüten. Auch der Lerchensporn ist wohlbekannt, auch nicht einmal selten, aber nicht so häufig wie die Anemonen. Es gibt den Hohlen Lerchensporn, der über ganzrandige runde Tragblätter verfügt, sein Kollege, der Gefingerte Lerchensporn hat gegliederte Tragblätter. Das sind die Blätter, die direkt unter den Blüten sitzen, so, als würden sie die Blüten tragen.

Ein Blick in die App „Flora Incognita“ zeigt, dass schon einige Meldungen zum Lerchensporn an dieser Stelle vorliegen. Für die Welt also nichts neues, für mich dagegen schon. Und das reicht aus für eine erfolgreiche Wanderung an einem schönen und kalten Apriltag auf der Ostalb.

Steckbrief

Hohler Lerchensporn

Lateinischer Name
Corydalis cava

Familie
Mohngewächse (Papaveraceae)

Merkmale
Höhe 15 bis 30 cm, violette und weiße Blüten

Blühzeit
April

Gut zu wissen
Giftig, vor allem die Knolle

Lerchensporn

Neu