Blatt im Detail

Ein Streifzug durch die Stuttgarter Wilhelma

Am Morgen kurz nach der Öffnung der Wilhelma sind die Gewächshäuser ein Zauber. Das Sonnenlicht kommt noch von der Seite, es ist nicht zu stark und mit etwas Glück glitzern einige Pflanzen noch voller Wassertropfen. Ideal also für Fotografen, mal eine Stunde in den Glashäusern zu verbringen.

Die Kunst besteht darin, ohne Eile und Eifer die Augen über alles schweifen zu lassen, nicht nur die außergewöhnlichen Blüten in allen Farben wahrzunehmen. Hinter diesem Glanz warten andere Motive: Blätter mit hunderterlei Strukturen und Texturen, Formen und Anordnungen.

Man braucht Geduld, schleicht ein ums andere Mal um die Pflanzen herum und sucht einen guten Blickwinkel für die Aufnahme. Gegen das helle Glas, gegen einen dunklen Hintergrund, mit einem Streiflicht auf dem Blatt oder Lichtflecken im Hintergrund. Das Abenteuer ist vollkommen unspektakulär, bringt einen zur Ruhe und man vergisst Zeit und Ort.

Was man nicht vergisst, sind die Knie, die vom ständigen in die Hocke gehen ein wenig knirschen. Fotografiert man freihändig, kommt noch ein leichter Schwindel vom ständigen Luftanhalten dazu. Bisher scheue ich mich, ein Stativ mitzunehmen, aber es wäre besser, wenn man mit einem Makroobjektiv fotografiert.