Natur Pflanze

Und der Fokus?

Blütenstand einer Echeveria

Scharf oder unscharf? Die Antwort ist klar: Scharf! Aber in welchem Bereich? Die vertrackte Limitierung des Bereichs, den eine Kamera mit ihrem Objektiv scharf abbilden kann, ist vor allem bei der Makrofotografie wichtig. Hier sind es je nach eingestellter Blende oft schon wenige Millimeter vor und hinter dem Fokuspunkt, die unscharf bleiben. Dem kann ich mit einer kleiner Blende (f16 z.B.) entgegenwirken, denn dann vergrößert sich der Schärfebereich vor und hinter dem Fokuspunkt.

Dann bekomme ich ein Foto wie das untere: Die Blüte in der Mitte ist scharf, davor und dahinter sind die Blüten gut erkennbar, der Hintergrund zerfließt in Farben.

Blütenstand einer Echeveria
Blütenstand einer Echeveria (Anklicken zum Vergrößern)

Fokus-Stacking

Wenn man den Blütenstand der Echeverie aber möglichst komplett scharf aufnehmen will, kommt man auch mit einem Blendenwert f22 nicht mehr weiter. Mit einem Trick klappt es trotzdem: Fokus-Stacking oder Fokus-Bracketing. Vereinfacht gesagt, werden viele Fotos mit unterschiedlichem Fokuspunkt zu einem Bild zusammengesetzt, wobei von jedem Bild nur die „scharfen“ Teile in das Gesamtbild kommen. Der Rest fliegt raus.

Das Foto ganz oben ist ein solches Fokus-Stacking-Bild. Die Fujifilm X-T3 hat diese Möglichkeit bereits vorgesehen (die X-T30 auch, ältere Modelle wohl noch nicht). In der X-T3 bestimmt man die Anzahl der Fotos, sowie die Schrittweite, mit der der Fokus nach hinten verlegt wird und die Pausen zwischen den Fotos. Dies ist hinreichend unbestimmt, so dass man sich mit mehreren Versuchen an ein gutes Ergebnis herantasten muss. Oben sind es 30 Fotos, mit einer Schrittweite von 5 und einer Pause von 1 Sekunde.

Wie es geht, ist hier schön und verständlich bis hin zur abschließenden Verarbeitung in Photoshop beschrieben: https://fujifilm-x.com/de-de/stories/shooting-close-ups-of-flowers/

Wichtig sind hierbei die Einstellungen: Manuelles Fokussieren, Elektrischer Auslöser (um Erschütterungen der Kamera zu vermeiden) und eine kleine Blende. Unentbehrlich ist ein Stativ und wenn man im Freien ist, sollte man die Umgebung auf „windstill“ stellen.

Übrigens sind bei Foto oben auch nicht alle Teile wirklich scharf, vor allem ganz rechts ist noch Luft. Wahrscheinlich wären 40 oder 50 Fotos besser gewesen. Ein weiteres Beispiel für diese Technik findet Ihr hier.