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Kultur

Vergnügungen

Synästhesie, also Sinneseindrücke miteinander koppeln, das unterstützen spielerisch zwei Webseiten …

Mit 56 Jahren schrieb Bertolt Brecht ein Gedicht, das die einfachen Dinge des Lebens ins Zentrum rückt. Der Schnee, der Blick aus dem Fenster, die Zeitung, Alte Musik und auch Neue, singen, reisen… all das zählt der Dichter zu den Vergnügungen des Lebens, jedenfalls, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Ich finde das Gedicht beeindruckend, vielleicht spielt aber auch eine Rolle, dass man sich den Klassenkämpfer und Streiter für mehr Gerechtigkeit unter den Menschen nicht so behaglich, so zurückgenommen vorstellt.

Das Gedicht ist sicher noch nicht rechtefrei, daher sei auf die Fundstelle bei „Planet Lyrik“ verlinkt. Dort liest man in den Anmerkungen, dass Brecht in all die schönen „Vergnügungen“ auch das Politische eingeschmuggelt hat.

Wer das Gedicht lesen will, kann es auch mit Jazz-Untermalung tun. Es gibt eine Webseite, die Texte beim Schreiben mit Klavier-Jazz unterlegt, im Stil von „Köln Concerto“ von Keith Jarrett oder in vier weiteren Stilarten. Allzu persönliches würde ich dort nicht schreiben, da der Text eine Weile erhalten bleibt und verlinkbar ist. Hier geht es zu den Vergnügungen mit Jazz. Viel Spaß.

Der Tipp mit der Webseite stammt aus der Zeitschrift "c't", Ausgabe 2/2022. Dort findet sich ein weiterer Link: Malen und daraus Musik machen. Auf einer von vier Leinwänden mit jeweils anderer Grundstimmung. Ausprobieren, macht Spaß, wenn man sonst keine Musik machen kann.