Der Wollschweber

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Großer Wollschweber (Bombylius major)
Großer Wollschweber (Bombylius major)

Im ersten Gartenjahr freute ich mich über das blühende Blaukissen, dass hängend eine Mauer von vielleicht einem Meter Höhe vollkommen überwachsen hat. Im April blüht das Blaukissen, dessen Farbe bei uns zumindest mehr ins lilafarbene geht. Die sonnigen Tage in diesem Jahr kamen gerade zur richtigen Zeit, wie für die Buschwindröschen in den Wäldern rund um Oberkochen übrigens auch.

Mit der Blaukissen-Blüte kamen die Wollschweber, eine Fliegenart, die vorgibt, etwas anderes zu sein. Im englischen heißen sie bee-flies, ein weiterer deutscher Name ist Hummelschweber. Mit ihrem pelzigen „Kleid“ geben sie vor, mindestens eine Biene oder eine Hummel zu sein. Der Große Wollschweber beherrscht den „Schwirrflug“, wie das hubschrauberartige „in der Luft stehen“ genannt wird, ähnelt hier also den Schwebfliegen. Markant sind der lange Rüssel und die nach hinten und vorn abstehenden Beine im Flug. Man könnte wirklich meinen, hier winzigen Wollknäueln beim Fliegen zuzusehen.

Neu in diesem Jahr ist, dass ich die Wollschweber auch am frischen gepflanzten flachen Ehrenpreis beobachten konnte. Auch diese Pflanze (Veronica prostrata „blue sheen“) hat tiefblaue Blüten und blüht jetzt im April. Allen Bienenfreunden sei gesagt, dass der Wollschweber ein Parasit ist, seine Larven ernähren sich von anderen Insekten oder deren Larven, sehr gern von Wildbienen. Natur ist schon verwirrend: Da pflanzt man unter anderem Ehrenpreis als bienenfreundliche Pflanze und lockt damit einen „Bienenkiller“ an.

Die Galerie zeigt den Schweber in Aktion, mal am Blaukissen und auch am Ehrenpreis. Mit einem Klick aufs Bild kann man es auch in einem größeren Format sehen.