Romanische Verzierung in Maria Laach

Zwei Gesichter

Zwei Gesichter, die sich täglich und das seit Jahrhunderten anschauen. Sie sind nicht identisch, sich aber doch sehr ähnlich. Will diese romanische Bildhauerkunst einfach nur verzieren, indem sie Weinranken ebenso wiederholt wie Menschengesichter? Oder soll dies ein Hinweis sein, dass alle Menschen zwei „Gesichter“ haben, eben die berühmten zwei Seiten?

Modern ließe sich dieser Ausschnitt ja auch auslegen. Selfie-Wahn? Oder eine Mahnung an die, die sich immerzu selbst bespiegeln, nur sich selbst sehen? Weil sie eitel und selbstverliebt sind? Es gibt auch Menschen, die sich täglich hinterfragen, sich selbst nicht trauen, all ihr Tun und Denken ständig auf den Prüfstand stellen. Menschen mit „eingebautem“ Kritiker.

Gesehen in der Eifel, an der Kirche der Abtei Maria Laach. Es handelt sich um ein Werk („Blattmaske“) eines unbekannten spätromanischen Steinmetz aus dem Rheinland, der den Notnamen „Samsonmeister“ bekam.

Der Laacher Samsonmeister